Wem ist die Sache nicht leichter erschienen, sobald er sie nur anfasste? Nicht weil sie schwer ist, wagen wir sie nicht, sondern weil wir sie nicht wagen, ist sie schwer.

Die Veränderung, die wir als Team Mensch anstreben, ist grundlegend, keine Reform oder Korrektur im Kleinen. Denn im Mittelpunkt unserer Weltsicht stehen die allgegenwärtigen Forderungen: Es sei gut, und es diene dem Menschen. Präziser formuliert: kategorische Bedingung für das Ausüben jedweder Handlung ist, dass diese Handlung dem Menschen nützt. Leistet eine Handlung das nicht, hat sie zu unterbleiben.
Für eine gedeihliche Zukunft wollen wir eine neue Kultur des Umgangs miteinander entwickeln und erlernen.
Die Ellbogengesellschaft von heute
Wie bereits auf der Seite Zeit für einen Neustart beschrieben, ist »Panem et circenses« (»Brot und Spiele«), eine Methode politischer oder ökonomischer Machthaber, das Volk von politischen oder wirtschaftlichen Realitäten, Zielen oder Problemen abzulenken, seit dem antiken Rom bestens bewährt und verhindert bis zum heutigen Tage perfekt, dass wir mündige und selbstdenkende Bürger sind. Sattgefressen von den industriell gefertigten, billigen, aber ungesunden Nahrungsmitteln („Brot“) sitzen wir in der heilen Welt eines rosaroten Plüsch-Kinderzimmers, während das öffentlich rechtliche Staatsfernsehen durch stetiges Weichspülen der harten Realitäten dafür sorgt, dass wir schön brav im Reich der Mythen und Legenden der Führungs-Eliten verharren. Wir freuen uns über weltbewegende Großereignisse wie Fußball Bundesliga, BAMBI-Verleihung oder Deutschland sucht den Superstar („Spiele“) und kommen nicht mal im Traum auf die Idee, die »alternativlosen« Patentlösungen der politischen Führungsriege zu hinterfragen. Das haben wir ja schließlich auch nie gelernt. Im Gegenteil.
Unser Bildungssystem, das seit Jahrhunderten nahezu unverändert ist, fördert diejenigen, die alles, was der Lehrer vorgibt, einfach ohne eigenes Nachdenken nachplappern. Wer eigenständig denkt oder gar kreative Lösungen findet, wird benachteiligt oder mit schlechten Noten bestraft. Die so hochgelobten Bacherlor- und Master-Studiengänge sind inzwischen berüchtigt für ihr stärker als je zuvor ausgeprägtes „Bulimie-Lernen“. Das ist dadurch gekennzeichnet, dass Lehrinhalte lediglich bis zur nächsten Prüfung behalten werden. In derselben werden sie dann wieder „ausgespuckt“ und postwendend vergessen. Soziale Kompetenzen werden gleichzeitig zum Opfer eines gnadenlosen Kampfes um die besten Plätze. Gewinner sind die spitzesten Ellenbogen. Wer altruistisch denkt, sich um seine Mitmenschen/Mitschüler/Kommilitonen kümmert und sich vielleicht auch noch um das Gemeinwohl bemüht, bleibt auf der Strecke.
Die daraus resultierende heutige Ellbogengesellschaft ist vornehmlich gekennzeichnet von Egoismus, Konkurrenz, Rücksichtslosigkeit und Eigennutz. Jeder ist sich selbst der Nächste. Geld regiert nicht nur die Welt, sondern in vielen Bereichen auch unser eigenes gesellschaftliches Leben. Statussymbole wie das neue dicke Auto oder die imposante Fernreise sind wichtiger als das Interesse an unseren Mitmenschen und allen Geschöpfen der Natur um uns herum.
Gemeinsam den ersten Schritt wagen
Wir alle sind das Ergebnis unseres bisherigen Lebensweges mit all seinen Erfahrungen und Prägungen – und allem, was uns bisher beigebracht wurde. Vieles davon ist falsch und muss deshalb neu gelernt werden. Wenngleich dieses Umlernen sehr schwer ist, fällt es uns doch deutlich leichter im Zusammenspiel mit Menschen, die ebenfalls bereit und gewillt sind, neue Wege zu gehen. Wir müssen es lediglich wagen, einen solchen ersten Schritt auf neuen Wegen zu gehen. Dann werden wir sehr schnell verblüfft sein, wie viele andere diesen Weg bereits gehen. Wir werden viele neue Menschen kennen lernen und mit großer Überraschung feststellen, dass uns deutlich mehr mit diesen bis dahin fremden Menschen verbindet, als wir je gedacht hätten.
Balance finden
Das Team Mensch ist zwar bereits existent, ist aber oftmals noch (mehr oder weniger stark) von den alten Systemen geprägt. Jeder Mitspieler des Teams muss also noch »gedeihen«, die Grundsätze des Teams genauer kennenlernen und nach und nach verinnerlichen. Dabei muss jeder von uns stets für sich selbst die richtige Balance finden …
- zwischen Herz und Verstand
- zwischen Wissen und Weisheit (anstatt Rechthaberei)
- zwischen Mensch und Natur
- zwischen Kurzfrist (z.B. Essen) und Langfrist (z.B. Umweltpolitik)
- zwischen Staat (öffentliche Güter) und Markt (private Güter)
- zwischen „linker“ Gerechtigkeit (Verteilung nach dem Gieskannenprinzip) und „rechtem“ Leistungsanreiz (Ellbogengesellschaft)
- zwischen Innovation und Bewährtem
- zwischen Staat und Religion (Religions-Diktatur vs. Diktatur mit Religionsverbot)
- …
Das nachfolgende Video vermittelt auf hervorragende Weise eine Vision davon, wohin diese unsere Reise gehen muss.
»Der Übergang«
Eine Botschaft aus der Zukunft
„Es passierte nicht über Nacht. Es gab nicht diesen einen Moment, das große Ereignis in den Medien, den Zeitpunkt, an dem man sagen konnte: Jetzt ist die alte Ordnung fort, und die neue beginnt. Es gab kein weltweites Freudenfest und kein Feuerwerk. Es passierte von den meisten unbemerkt, still und leise …“